WIRBELSÄULENERKRANKUNG

Wirbelsäulenerkrankung

Die Wirbelsäule ist die Stütze des menschlichen Skeletts, sie trägt die Last des Körpergewichtes. Die Wirbelsäule besteht aus 32 - 35 Wirbeln: 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln und dem Kreuzbein (bestehend aus 5 - 7 zusammengewachsenen Wirbeln) und dem Steißbein (bestehend aus 2 - 4 zusammengewachsenen, verkümmerten Wirbeln am Ende der Wirbelsäule.)

Die Wirbelsäule zeigt in der Seitenansicht eine doppelte S-Form, welche eine bessere Abfederung bewirkt. Die Wirbel nehmen in Richtung der Lendenwirbelsäule an Größe und Stabilität zu, da sie durch das Schwerkraftgesetz und der Tatsache, dass der Mensch aufrecht geht, und zum Rumpf hin immer mehr Gewicht zu tragen hat.

Mit Ausnahme der ersten beiden Halswirbel (Atlas und Axis) sind alle Wirbel wie folgt aufgebaut: Wirbelkörper (liegt vorne) und Wirbelbogen (nach hinten gerichtet); der Wirbelbogen umfasst das Wirbelloch, das ausgefüllt wird vom Rückenmark.

Zwischen den einzelnen Wirbeln liegt zur Pufferung die Bandscheibe, welche aus einem gallertartigen Kern und einem bindegewebigem Faserring besteht. Am Wirbelbogen befinden sich mehrere Fortsätze - 1 Dornfortsatz, 2 Querfortsätze und 4 Gelenkfortsätze - die die Wirbel miteinander verbinden und die Wirbelsäule beweglich machen.

Eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule sind Bandscheibenschäden - Bandscheibenvorwölbungen (Protrusionen) oder Bandscheibenvorfälle (Diskusprolaps). Hier liegt meist durch Abnützung und Fehlbelastung, durch falsche Haltung etc. eine Ermüdung des bindegewebigen Anteils der Bandscheibe vor. Kommt es zu einer Topbelastung, reißt der Faserrring und der gallertartig Kern der Bandscheibe rutscht nach vorne in den Spinalkanal, und drückt auf das sich dort befindende Rückenmark - es kommt zu einer akuten Schmerzauslösung. Das Rückenmark liegt wie ein Seil, einem Rohr, dem Spinalkanal. Bei Bewegungen des Kopfes wird dieser Nervenstrang auf und ab bewegt und "schrammt" an den herausgetretenen Bandscheiben vorbei. Durch diesen Reibeeffekt kommt es zur Schmerzauslösung, zu Schwellung und Muskelverspannung und dadurch zu Bewegungseinschränkung. Der Nerv kann aber nicht nur irritiert werden, bei schweren Bandscheibenvorfällen kann der Nerv abgedrückt werden - es kommt zu Ausfallerscheinungen, die der Neurologe über die Nervenleitströme messen kann - dieses EMG (Elektromyelogramm) entscheidet letztendlich, ob eine Operation schnell durchgeführt werden muss.

Eine weitere Erkrankung der Wirbelsäule ist die Spinalstenose, bei der das "Rohr", der Spinalkanal, in dem das Rückenmark eingebettet ist, anlagebedingt oder verschleißbedingt einen kleinen Durchmesser hat und wenig Platz für das Rückenmark ist - deshalb kommt es auch in diesem Fall häufig zu Nervenirritationen.

Die Skoliose (Verbiegung der Wirbelsäule) - die anlagebedingt oder durch schlechte Haltung auch erworben sein kann.

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